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Bekannte Gerichte & Spezialitäten Neuseelands

Während einer Neuseelandreise sollte man unbedingt die frisch zubereiteten Gerichte aus einheimischen Zutaten probieren und die langweiligen internationalen Fastfoodketten links liegenlassen. Gerade wenn man aus dem Flugzeug steigt, gerade dem Winter in Europa entkommen, und die vielen Farben und Gerüche des neuseeländischen Sommers wahrnimmt, sollte man statt des Hühnchens vom Colonel lieber mal Lammkoteletts mit Thymian und knackfrischem Gartengemüse – grüner Spargel, Bohnen, Erbsenschoten, Möhren – probieren.

Oder die „Colonial Goose“, eine mit Honig und Trockenobst gefüllten und in Rotwein marinierten Lammkeule, die mittlerweile nicht mehr nur im Winter zubereitet wird, sondern direkt den Status als Nationalgericht erworben hat. Eine ganz landestypische Beilage dazu ist der Süßkartoffelauflauf mit Kürbis, der auch perfekt zu den preiswert zu bekommenden Fisch- und Muschelgerichten passt. Aus den mittlerweile einheimischen Avocados werden leckere Dips und Salate hergestellt, die auch zu leichteren Snacks gut passen.

Neuseelaendische Muscheln

Neuseelaendische Muscheln ©iStockphoto/_LeS_

Für den schnellen Hunger zwischendurch gibt es überall Fish’n’Chips-Shops, die das fetttropfende Gewünschte nun nicht mehr in Zeitungspapier servieren, sondern in wie eine Zeitung bedrucktem Spezialpapier. Die besseren Shops bereiten ihre Chips aus Süßkartoffeln zu, die man wenigstens einmal probiert haben muss. „Whitebait“ ist dort ebenfalls eine Option: Die kleinen durchsichtigen Fische werden zu einer formidablen Fischbulette geformt, die je nach Talent des Shop-Inhabers sehr gut schmecken kann.

Neben den um die Mittagszeit – ganz britische Tradition – meist verzehrten Sandwiches bekommt man auch die italienischen Paninis überall. Darin kann sich je nach „Modell“ nicht nur eine Scheibe Rollbraten vom Schwein, Lamm oder Rind verbergen, sondern stattdessen (und sehr zur Freude der Vegetarier) auch der exzellente einheimische Käse. Die vielerlei Schafs- und Ziegenmilchkäsesorten sowie die Klassiker aus Kuhmilch wie Stilton und Brie muss man wirklich probieren – durch die Weidehaltung stehen sie geschmacklich in keinem Vergleich zu manchem öden europäischen Käse aus Stallmilch.

Ansonsten haben es Vegetarier aber eher schwer, eine große Vielfalt abseits von Meeresfrüchten auf den Speisekarten der neuseeländischen Restaurants zu finden. Neuseeländer lieben einfach ihr Fleisch und zeigen das auch deutlich bei der Gerichteauswahl. Fündig wird man in diesem Fall eher in den vielen Restaurants der Inder, Thais, Indonesier, Libanesen und Chinesen.

Zum Frühstück wird traditionell Toast oder Brötchen mit Butter und dem, Verzeihung, für unseren Geschmack scheußlichen Vegemite-Aufstrich gegessen. Dieser besteht aus purem Hefeextrakt und Salz, schmeckt also wie Speisewürze. Scheinbar hängt aber ein Großteil der Bevölkerung mit ganzem Herzen daran, er wird von der Regierung sogar als „identifikationsstiftend“ eingestuft. Zum Glück gibt es aber noch schönere Frühstückstraditionen, u.a. die pancakes mit Sirup, Honig oder warmem Apfel-, Kiwi- oder Ananaskompott oder das klassische englische Frühstück mit Ei, Würstchen, Champignons und Toast. Dazu optional Vegemite.

Süßigkeiten werden auf den ganzen Inseln hoch geschätzt, besonders jedoch in Tortenform. Die „Pavlova“ genannte Baiser-Sahnetorte mit frischen Kiwis oder Erdbeeren gehört zu jedem neuseeländischem Festmahl dazu. Auch nicht mehr wegzudenken sind die steinharten ANZAC cookies, die aus Haferschrot und Sirup gebacken werden und ursprünglich die jahrzehntelang haltbaren Überlebenskekse der Armeen Australiens und Neuseelands darstellten. Pur werden sie wenig gegessen, und wenn, dann bilden sie geschrotet wie italienische Amarettini eine schöne Basis für – Überraschung – Sahne und frische Früchte.

Unwiderstehlich auch das Hokey-Pokey-Eis, ein Vanilleeis mit kleinen Toffeebällchen. Noch gehaltvoller ist die aus Schottland erst jüngst importierte Sitte, in Brandteig getauchte Schokoriegel wie Mars oder CurlyWurly zu frittieren – endlich gibt es nun in den Fish&Chips-Shops auch Nachtisch.