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Die Maori

Was den Australiern die Aborigines sind den Neuseeländern die Maori. Die Ureinwohner Neuseelands mit polynesischen Wurzeln sind ein Teil der neuseeländischen Gesellschaft und prägen sie bis heute mit ihren Traditionen, ihrer Sprache, ihrem Stil. Und den bewahren die Kiwis ganz bewusst – sind es doch neben den natürlichen Schönheiten vor allem die Traditionen und Bauten der Maori, die für die zahlreichen Besucher aus aller Herren Länder besonders interessant sind.

Maori, das bedeutet natürlich oder normal und bezeichnet in der Sprache der Maori sterbliche Menschen, die neben Geistern und unsterblichen Wesen koexistieren. Geister und andere sagenhafte Gestalten spielen im animistisch geprägten Weltbild der Maori eine wichtige Rolle. Götter sind es, die besondere Fähigkeiten, das Mana, an Menschen übertragen. Übrigens: Die kunstvoll geschnitzten Holzskulpturen an Häusern und Kanus stellen keineswegs Götter dar. Vielmehr handelt es sich dabei um Ahnen, die auf diese Weise verehrt werden sollen.

Maori Holzschmuck

Maori Holzschmuck ©iStockphoto/filo

Die Maori lebten traditionell in einem Iwi (Stamm) bzw. einem Hapu (Teilstamm) zusammen. Die Betonung liegt auf lebten – Viele haben sich schon längst dem westlichen Lebensstil angepasst, sind aber aufgrund des ihnen vermittelten Glaubens oftmals zwischen alten Werten und neuen Versuchungen hin- und hergerissen. Seit einigen Jahren gibt es jedoch eine Rückbesinnungs-Bewegung, immer mehr Maori sind bereit und willens, sich mit ihrer Kultur wieder mehr zu identifizieren, sie zu pflegen und weiterzuentwickeln. Im Vergleich zu anderen indigenen Völkern in westlich geprägten Gesellschaften sind sie auch öffentlich gut vertreten und verfügen über eine Vielzahl besonderer Rechte.

Wer die Maori-Kultur kennenlernen möchte hat die Möglichkeit, insbesondere auf der Nordinsel an Ausflügen zu alten Wehrdörfern, den sogenannten Pa, teilzunehmen (oder sie auf eigene Faust zu besuchen). Oftmals finden dort Vorführungen wie das traditionelle Begrüßungsprotokoll (Marae) statt. Die oftmals noch traditionell tätowierten Maori – Tätowierungen drücken auch heute noch den Status ihres Trägers aus – begrüßen ihre Gäste mit einem Powhiri, der formellen Begrüßung, und demonstrieren dann in der Regel traditionelle Tänze, Gesänge und Geschichten. Wundern Sie sich dabei nicht, wenn Ihre Gastgeber mit den Augen rollen und Ihnen die Zunge herausstrecken – das soll nicht Sie, sondern lediglich die bösen Geister vertreiben. Übrigens: Statt sich die Hände zu schütteln begrüßen sich Maori informell mit dem Hongi, einem Nasen-Gruß.