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Flora Neuseelands

Üppige Regenwälder, riesige uralte Bäume, grazile Baumfarne und mysteriöse Mangrovenwälder – nein, wir sind nicht in Südamerika. Die Pflanzenwelt Neuseelands hat sich über Jahrtausende unabhängig von anderen Kontinenten entwickelt. Und so findet man hier eine ungewöhnlich große Zahl an ursprünglichen Wäldern – und an endemischen Pflanzenarten. Rund 85 Prozent der einheimischen Pflanzenarten wachsen nur hier.

Ganz typisch für den Norden Neuseelands sind die für die Maori heiligen Kauri-Bäume. Diese Urzeitriesen sind immergrün und erreichen Wuchshöhen zwischen 30 und 50 Meter. Der größte bekannte Kauri-Baum ist Tāne Mahuta, der „Herr des Waldes“ im Waipoua Forest. Bis zu einer Höhe von 51,50 Metern ragt er in den Himmel. Da der Raubbau der vergangenen Jahrhunderte deutliche Spuren hinterlassen hat, sind die Kauri mittlerweile nur noch selten anzutreffen. Das Holz jedoch ist weiterhin sehr begehrt. Die Möbelindustrie ist daher dazu übergegangen, alte Kauri aus Sumpfgebieten zu bergen und das noch sehr gut erhaltene Holz zu verarbeiten. Möbel aus sogenanntem Sumpfkauri kosten ein kleines Vermögen – sehen dafür aber auch wunderschön aus und halten ewig.

Flora Neuseelands

Flora Neuseelands ©iStockphoto/cmfotoworks

Ebenfalls ein typisch neuseeländisches Gewächs ist Rata, der Südinsel-Eisenholz-Baum. Die majestätischen immergrünen Baumriesen sind auf beiden Hauptinseln zuhause und wachsen besonders gern in kühleren Regionen mit relativ hohen Niederschlagsmengen. Zahlreiche Exemplare finden sich auch auf der Coromandel-Halbinsel. Schon von weitem sind die Rata gut zu erkennen: Ihre leuchtend roten Blüten färben zum Teil die ganze Krone. Da die Bäume insbesondere zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar blühen, heißen sie in Neuseeland auch New Zealand Christmas Tree (Neuseeländischer Weihnachtsbaum). Gefährdet ist ihr Bestand jedoch durch die wachsende Possumpopulation.

Natürlich werden einige Teile Neuseelands aber auch für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Wo die ersten Europäer rücksichtslos ganze Wälder rodeten, findet man heute ausgedehnte Weideflächen, zum Teil aber auch Plantagen und forstwirtschaftlich genutzte Wälder mit importierten Bäumen wie Monterey Pine oder Redwood.