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Mit dem Rucksack durch Neuseeland

Leider hatten wir nur drei Wochen Zeit, deshalb entschlossen wir uns, nur die südliche Halbinsel zu bereisen. An einem kalten Februartag landeten wir in Christchurch. Angenehmer Temperaturschock – von Minusgraden bei uns zu Hause auf 25 Grad. Als Gepäck hatte jeder von uns nur einen riesigen Rucksack, denn wir wollten einen Großteil des Urlaubs zu Fuß unterwegs sein. Aber erstmal ankommen in Christchurch, der größten Stadt auf der Südinsel.

Jetlag hin oder her, wir waren viel zu aufgedreht, um zu schlafen. Nur schnell das Gepäck in der Unterkunft abgeladen und gleich los zur Stadtbesichtigung. Als erstes verschafften wir uns einen Überblick von oben mit einer Fahrt in der Drahtseilbahn, die sich einen Kilometer weit über die Stadt spannt. Sehenswert waren auch die Kathedrale und das Canterbury Museum, das uns einen ersten Eindruck der Maori Kultur vermittelte. Nach zwei Tagen in Christchurch machten wir uns auf den Weg nach Norden, nach Kaikoura.

Mit dem Rucksack durch Neuseeland

Mit dem Rucksack durch Neuseeland ©iStockphoto/piskunov

Wir hatten Glück mit dem Wetter, die See war ziemlich ruhig und so erlebten wir hier eines der Highlights unserer Reise – eine Walbeobachtungstour. Gigantische Pottwale und verspielte Delfine, und das aus relativer Nähe und in Natura – einfach überwältigend. Nach einem Bad in den Thermalquellen von Hammer Springs fühlten wir uns gerüstet für unsere erste große Wanderung auf dem Tasman Coastal Track.
Vorher mussten wir uns allerdings noch mit Proviant eindecken, denn die Hütten entlang der Strecke sind nur zum Übernachten gedacht. 51 Kilometer entlang eines türkisblauen Meeres, durch Wälder aus riesigen Baumfarnen, romantische Buchten und Lagunen, nach Belieben schwimmen oder sonnenbaden, auf dieser Route war alles geboten.
Weiter ging es an die Westküste nach Hokitika. Was für ein Kontrastprogramm. Abends schliefen wir noch in einer kleinen Hütte ganz in Strandnähe, am nächsten Tag erwartete uns eine Gletschertour. Zum Glück konnte man für diese Tour auf den Fox Glacier nicht nur einen Führer anheuern, sondern auch die entsprechende Ausrüstung wie z.B. Steigeisen anmieten. Danach gab es noch einen Abstecher an den Lake Matheson, in dessen dunklem Wasser sich die grandiose Bergkulisse perfekt spiegelt.
Nach soviel Natur wurde es wieder Zeit für etwas mehr Zivilisation und so fuhren wir Richtung Queenstown, eine lebhafte pulsierende Stadt am Wakatipusee, umgeben von schneebedeckten Bergen. Diese Stadt gilt als Abenteuermetropole Neuseelands und so gab es hier reichlich Möglichkeiten, die abenteuerlichsten Sportarten auszuprobieren. Paragliding, Rafting, Jetboatfahren und natürlich vor allem Bungeespringen, schier unendlich viele Möglichkeiten, sich einen Adrenalinkick zu holen.
Te Anau im Fjord Nationalpark war unser nächstes Ziel. Von dort aus fuhren wir ganz früh am nächsten Morgen zum Milford Sound – dem schönsten Fjord der Welt. So früh am Tag war es noch sehr ruhig, die Touristenströme kamen erst später. Atemberaubende Wasserfälle stürzten hier aus 400 Meter Höhe in den Fjord und auf der Bootstour begleiteten uns Delfine – ein unvergessliches Erlebnis.
Als letztes blieb uns noch die Wanderung entlang des Routeburn Tracks. Auch hier mussten wir uns wieder selbst verpflegen, in den einfachen Hütten gab es nur Gemeinschaftsschlafräume und Toiletten. Imposante Wasserfälle, dichte Wälder, Begegnungen mit Kea-Bergpapageien, Baden im eiskalten Wasser des Lake McKenzie – die 34 Kilometer durch diese großartige Fjordlandschaft waren einfach nur traumhaft.
Viel zu schnell waren die drei Wochen vergangen. Mit dem Bus ging es zurück nach Queenstown und dann hieß es Abschied nehmen. Wir werden sicher wiederkommen, und dann wird die Nordinsel erkundet.