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Zu Maori, Goldgräbern und Schafhirten – meine Rundreise durch Neuseeland

Ohne Frage, der lange Flug schlaucht, daher beginnt meine Neuseeland-Reise ganz entspannt: Nach einer Nacht in Auckland, wo bei 30° im Schatten nur noch die Weihnachtsdeko an den Dezember erinnert, erreicht unsere Gruppe Rotorua, ein Wellness-Paradies mit Geysiren, heißen Quellen und Schlammvulkanen. Im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland wandere ich an farbenprächtigen, klaren Gewässern und matschigen, blubbernden Tümpeln vorbei und bekomme eine Ahnung davon, was dieses Land wohl alles in petto hat.

Mit Ausnahme von Orcs hat der Tongariro-Nationalpark alles zu bieten

Wir bleiben in der vulkanisch aktiven Zone. Im Tongariro-Nationalpark steige ich auf fast 2.000 m Höhe, passiere unberührte Kraterlandschaften, türkisgrüne und ultramarinblaue Seen und gelange beim Abstieg noch in urwüchsige Wälder und zu Wasserfällen. Dem Image der „Schönsten Tageswanderung der Welt“ wird das Tongariro Alpine Crossing mehr als gerecht. Ich muss mich regelrecht zwingen, meine Kamera zwischendurch abzulegen, um nicht ins Straucheln zu geraten. Nur Orcs entdecke ich nirgends – dabei befinde ich mich im Tongariro mitten in der Kulisse von „Mordor“ aus den Herr-der-Ringe-Filmen.

Tongariro Nationalpark

Tongariro Nationalpark ©iStockphoto/nzgmw

Während in Rotorua das Leben der Ureinwohner auf Touristen ausgerichtet ist, bekomme ich am Wanganui-Fluss einen wahren Einblick in den Alltag traditioneller Maori-Stämme. Ich besuche ein Marae, das Gemeinschaftshaus der Maori. Die schaurig-schöne Tanz- und Gesangseinlage, bei der die Krieger immer wieder mit den Augen rollen und ihre Zunge rausstrecken, wird nur noch vom Hangi-Essen übertroffen. Hangi ist kein Gericht, sondern bezeichnet die Zubereitungsweise von Speisen in einem Erdloch mit heißen Steinen. Dabei wird Fleisch oder Fisch, mit Süßkartoffeln, Mais und Gemüse nach Wahl in einem Korb auf die Steine gestellt und mit nassen Tüchern und Erde bedeckt – so entsteht ein einzigartiges rauchiges Aroma. Abends schlafen wir ausnahmsweise nicht im Hotel, sondern in einem Matratzenlager des Marae. Passenderweise hat ein Mitreisender einen Maori-Gedichtband im Gepäck, aus dem er noch ein paar Zeilen zum Besten gibt.

Ein gigantisches halbiertes Ei und aufgetürmte Pfannkuchen

Über Wellington, wo wir einen bunten Nachmittag verbringen, erreichen wir nach einer kurzen Bootsfahrt die Südinsel und geraten ganz gegen die Gewohnheit von der subtropischen in eine etwas gemäßigtere Klimazone. Schon vorab habe ich mich besonders auf den Abel Tasman-Nationalpark mit seiner buchtenreichen Küste und den paradiesischen Stränden gefreut. In der Tasman Bay beeindruckt mich vor allem ein Felsen, der wie ein gigantisches halbiertes Ei aussieht. Noch schöner sind allerdings die zahlreichen Seevögel, die ich auf der Wanderung erspähe.
Ein wenig Überwindung kostet es mich schon, als ich am nächsten Tag die Hängebrücke der Buller Schlucht betrete, die eine Spannweite von 110 m hat. Doch die Verlockungen auf der anderen Seite sind einfach zu groß – schließlich wartet eine Pelzrobben-Kolonie bei Cape Foulwind, dem geographisch nächsten Punkt zu Australien, auf uns. Eine weitere Attraktion auf dem Weg nach Greymouth: Die Pancake Rocks, ungewöhnliche Felsformationen, die wie gestapelte Pfannkuchen aussehen. Da genehmige ich mir nach dem Besuch gleich mal einen Pancake mit Sirup im Café am Ausgang.

Und dann packt mich der Goldrausch: Das Dorf Ross lockte einst Goldgräber aus aller Welt an, 1909 fand man hier ein 3,1 Kilogramm schweres Riesennugget. Auch wir lernen die Technik des Goldwaschens und werden in einer Jadefabrik in die Kunst der Schmuckherstellung eingeweiht. Gold finde ich in dem beschaulichen Ross zwar keines, dafür aber einige Souvenirs.

Kaiser Franz und Bischofshut

In unserer letzten Woche empfängt uns Franz Josef, unter dem man hier weniger den österreichischen Kaiser, als einen alpinen Gletscher versteht. Ich entscheide mich spontan für einen Helikopter-Flug über das blauschimmernde Eis und bewundere ihn und seinen Bruder, den Fox Glacier, in ihren gewaltigen Ausmaßen. Ganz in der Nähe liegt der Spiegelsee Matheson, der die markanten Gipfel der Südalpen in seinem glasklaren Wasser zauberhaft reflektiert. Dieses Erlebnis wird noch getoppt von den Dickschnabelpinguinen, die mir an der Tasman-See vor die Linse watscheln.

Schon von Weitem sehe ich von der Milford Road den Milford Sound, einen Fjord, der sich durch zipfelmützige, steil aufragende Berge schlängelt, passenderweise heißt der bekannteste von ihnen Mitre Peak (=Bischofshut). Diese einzigartige Szenerie erkunden wir per Schiff und zu Fuß auf dem Kepler-Treck, nicht mal Regen und Sandfliegen können meiner Begeisterung Einhalt gebieten. Schäfchen-Zählen sollte man in der Canterbury-Ebene zum Einschlafen besser lassen, hier übernachten wir auf einer original neuseeländischen Farm mit unzähligen Lämmern und verdammt gutem Essen. In Christchurch, das mit seinen neugotischen Bauten fast europäisch anmutet, stimmen wir uns schließlich langsam wieder auf die Heimat ein.

Der Reiseveranstalter WORLD INSIGHT hat eine umfassende dreiwöchige Neuseeland-Rundreise im Programm. Da WORLD INSIGHT auf Reisevermittler verzichtet, wird die Rundreise zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis angeboten. Die aktive Reise setzt auf eine unmittelbare Begegnung mit Land und Leuten, intensive Naturerlebnisse und Touren, die die Reisenden auch fernab der üblichen Touristenpfade führen. Dazu hat WORLD INSIGHT im Juni den Themenschwerpunkt auf Neuseeland gesetzt.